- oder die Leiden des jungen H.

vom 28.02.09

spuk durchzieht herz und kopf
träume mich erfreun und martern
gedanken immerzu kreisen
in blutender hoffnung ich muss harren
der stern so nah doch unendlich fern
gebannt, angezogen verglühe ich
doch entkommen kann ich nicht
mit freude suche ich die selbstzerstörung
blind, und doch sehend
nicht aufgebend
wartend
leidend
allein


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vom 29.04.03

die welt ist grau und leer
mein herz das schlägt so schwer
in mir klingt das lied der einsamkeit
muss warten auf den engel der meine seele befreit
doch der engel kommet nicht
in erbärmlich armer wicht
bleirne last auf meiner brust
führt zu vermehrtem gefühlsverlust
wie eine eiserne ente auf dem teich
wird meine seele hinabgezogen in hades reich
beraubt all meiner liebe
erhalt ich vom belzebub hiebe
doch tret ich ihm in sein ei
gibt er mich flugs wieder frei
so wander ich nun weiter auf erden umher
doch mein herz bleibt schwer
so geht die suche nach dem verlornen engel weiter
bis ich kann erklimmen des glückes leiter


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vom 08.09.05

durchzogen vom schmerze jungen glücks
zerreist es mich - gleich wolken am sturmgepeinigten firmament
rastlos suche ich in der flucht erlösung
zu vergessen mein leben
zu beginnen; niemals zu enden
viele male
ohne halten
ohne erlösung
ohne ruhe


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vom ??.??.??

des chaos wildes kind -
stürmt meinen geist gleich tosendem wind -
zermürbt mir meine seele -
gleich 'nem todesgriff an meine kehle -
entfacht in meinem herzen ein schwarzes loch -
saugt ein meinen geist über eine woch' -
für einige zeit meine gefühle vergehn -
in des loches schwärze sie wurden nimmer gesehn -
ein versuch mein ich zu töten -
welches immer wieder ist von nöten -
um zu erstehn aus meiner glut -
gestärkt und im geist voll wut -
zu meistern des lebens tücken -
sie zu zerschlagen gleich lästigen mücken -
meine güldene aura wird nun scheinen auf dass die mich verstießen beginnen zu weinen -
sie winden sich in ihrem schmerz -
da sie verschlossen bislang ihr herz -
nicht erkannt wird des menschen wert -
stattdessen zückt man vorzeitig das schwert -
um nicht an sich zu lassen -
was der mensch bislang konnt nicht fassen -
drum scheuen sie vor allem neuen -
verhindern so manch grund zum freuen -
geben wir nicht die angst von neuen aus unsren händen -
kann und wird dies gar böse enden!


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vom ??.??.??

von der welt verlassen treib' ich umher
das schicksal mich hassend, die seele so leer
der einsamkeit sklave, der schmerz in mir wohnt
wo ist das schwert, dass aus dem leben mich holt
überdruss in jeder faser, verzweifelnd ich stöhn'
der himmel so blau, der tag so schön
doch in innern nur graue wolken am firmament
jede hoffnung in mir gegen eine mauer rennt
der wall bleibt bestehn mit unendlicher macht
zum durchbruch fehlt allein mir die kraft
so hock ich hier und schmolle
auf dass ich verdeckt werd vom schnee der frau holle
in der hoffnung mein inneres einzuschnein
meinen gefühlsregungen zu sagen nein
das unterdrücken und vergessen von emotion
wär im moment mein größter lohn
zu ruhn in frieden und vergessen
von meiner seele die unterwelt dann darf fressen
hoffe nur die kann's vertragen
und ich lieg denen nicht zu schwer im magen
dass sie mich nich' voll hohn
angewiedert zurückbringt, auf dass ich wieder auf dieser welt wohn'.


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vom 18.12.02

es trägt so schwer das herz
so blutend und voll schmerz
hagelschauer es durchdringen
zum verzweifeln nahezu bringen
schreien möcht das herz zu gott
doch dort findet dies nur hohn und spott
voll gram erbaut es sich 'ne mauer
um zu verstecken seine trauer
trägt nun fröhlich des schalkes miene
doch kein lichtstrahl auf seine seele fiele
so verdorrt das herz in gram und zorn
beginnt doch stets alles erneut von vorn
des lebens leiden das herz nahezu zerschmettern
verzweifelt sucht's die hindernisse zu erklettern
so wartet's sehnsüchtig auf die Erlösung
um aufzuerstehn in goldener rüstung
zu schlagen die dunklen dämonen
die tief in seiner seele wohnen
dann zu erstrahlen in hellem licht zeigend jedem noch so kleinen wicht
dass hoffnung nicht aufzugeben sei
denn irgendwann is jede seele frei.


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vom 19.12.02

es tost das meer voll gewalt und kraft
die planken des schiffes bersten
in poseidons hand des dreizacks schaft
zu zerstören die törichten menschen

hinabgezogen in des meeres schatten
des seemanns kinder erwachen im traum
die nixen was zu spielen hatten
unter des wellenkammes schaum

die gebeine des matrosen sinken hinab
auf dem grunde sie verrotten
futter für die fische er gab
und die möwen ihn verspotten

ganz ruhig die see
kein schiff ist zu sehn'n
auf den vater wartet der tee
doch nie wird er wiederkehr'n

die see taucht abends in ein rotes banner
die jahre sind vergangen
des seemanns kinder nun sind männer
das meer auch sie wird noch fangen

das meer nun tot
die seeleut' auch
seemann's kinder in lohn und brot
mit gehalt von shell sie füttern ihren bauch

späte rache für die ahnen
kippen ins meer gar giftige sachen
die geier kreisen auf ihren bahnen
und sie am ende alleine lachen.


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